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  #1  
Alt 07.05.2018, 22:26
Leroy_92 Leroy_92 ist offline
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Registriert seit: 01.03.2018
Ort: Bayern
Beiträge: 29
Standard Chemotherapie PEB

Hallo zusammen,

evtl. gibt es schon einen ähnlichen Beitrag/Thread aber ich bin nicht fündig geworden.
Ich würde gerne diejenigen fragen, welche schon eine PEB Chemo hinter sich haben: (Egal wieviele Zyklen, ob Standard oder Hochdosis)
  • Was Euch gut getan hat
  • Was Ernährungstechnisch weniger und was besser vertragen wurde
  • Ob die Ernährung dann dauerhaft umgestellt wurde
  • Was oder Ob supplementiert/Nahrungsergänzungsmittel während/nach der Chemo genommen wurden
  • Was ihr GEGEN bestimme Nebenwirkungen gemacht habt
  • Was ihr BEI Nebenwirkungen gemacht habt (Hausarzt, Klinikum etc.)
  • Wie die Zeit nach der Chemo war (Fitness, Konzentration, Nachwirkungen)

Danke für Eure wertvollen Erfahrungen!


Gruß

Andy
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  #2  
Alt 08.05.2018, 06:06
Golsen Golsen ist offline
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Registriert seit: 18.02.2018
Ort: Berlin
Beiträge: 80
Idee AW: Chemotherapie PEB

Hallo Leroy,

Viele Chemo-Erfahrungen sind individuell. Daher kann ich nur über meine letzten 3 Monate berichten. Ich hatte 3x PEB und 1x PEI (4 Zyklen) und damit die volle Tour. Ich war während der gesamten Chemo krankgeschrieben (seit 12.02), weil ich mir dachte, wenn etwas schief geht, will ich nicht noch am Ende meine Zeit mit Arbeiten verschwenden. Sonst habe ich versucht in der Zeit einfach immer die Sachen zu machen, die mir in dem Moment Spaß gemacht haben. Wobei es auch Phasen gab, in denen ich wirklich fertig im Bett lag und einfach auf NICHTS Lust hatte (gerade im 4 Zyklus).

Allgemein zur Chemo:

- Grundsätzlich habe ich die Chemo relativ gut überstanden, auch wenn es kein Spaß war.
- Keine gefährlichen Komplikationen.
- Keine starken Nebenwirkungen, die Schmerzen erzeugen.
- Jeweils nach dem Zyklus eine ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche (die pro Zyklus zugenommen hat). Ich habe oft geschlafen und lag viel im Bett.
- Während der Chemo habe ich kein Sport getrieben (gerade in den ersten zwei Zyklen wäre das Möglich gewesen und ich bereue es ein wenig). Ich habe aber versucht immer 30 Minuten spazieren zu gehen.
- Ich konnte meistens (außer am Ende der stationären Chemo) alles Essen und bin auchoft Essen gegangen, einfach weil mir das am meisten Spaß gemacht hat.
- Permanent ein schlechtes Blutbild (HB war immer unter 11, meist eher zwischen 9 und 10), Leukos fielen vor allem nach dem Tag 15 meist unter 1
- Ich habe ungefähr 8 Kilo abgenommen.
- Übelkeit hatte ich selten. Nur am Ende der ersten 5 Tage (volle Dosis) hatte ich starke Geschmacksveränderungen, leichte Übelkeit und meist leichte Halsschmerzen.
- Fieber bekam ich nur einmal wegen niedrigen Leukos, kein Infekt.
- Nach jeder Chemo hatte ich Verstopfung und habe auch Hämorrhoiden entwickelt.
- Wege der Immunabwehr bekam ich Mundpilz. Dieser war allerdings nur auf der Zunge und daher kein großes Problem.

Ernährung:

- Ich habe selbst kurz nach Nahrungsergänzungsmitteln gesucht. Ich hatte mir die Orthomol Immuntabletten geholt. In der Chemo dann aber darauf verzichtet, weil einige Ärzte sich nicht sicher waren, ob das nicht mit der Chemo interferiert. Außerdem verbessern sie nicht das Blutbild und sonst hatte ich bis auf kurze Halsschmerzen oder Schnupfen keine Infekte.

- Meine Ernährung habe ich teilweise umgestellt. Deutlich mehr Obst (Apfel, Birne, Banane), mehr Fisch, mehr Gemüse, weniger Fleisch (nur 1x mal 2x die Woche und fast nur Huhn). Ich habe auch Süßes reduziert (nicht komplett, weil man sich doch belohnen will).

- Ich war seit Januar insgesamt 6-7 Wochen im Krankenhaus und habe das Mittagessen abbestellt. Es ist eine Frechheit und die Fertigsaucen lösen bei mir einen Brechreiz aus. Daher wurde ich oft von Zuhause mit frischem Essen versorgt (Gemüse mit Reis oder Pizza!).

- Pizza musste sein, die gab es als Margarita-Variante ~ 2-3 mal die Woche. Kann man trotz Appetitlosigkeit oder Geschmacksveränderung immer essen und hilft ein wenig gegen den Gewichtsverlust.


Mittel gegen Nebenwirkungen:

- Die Verstopfung habe ich mit Hausmitteln bekämpft: Flohsamen, Pflaumensaft, Sauerkraut, Obst.
- Halsschmerzen ebenfalls: Viel Tee trinken, Salbeibonbons.
- Ich hatte/habe durch meine schwache Abwehr Mundpilz bekommen. Im Krankenhaus erhielt ich Ampho-Moronal.
- Bei Fieber bin ich einmal sofort ins Krankenhaus (Notaufnahme). Die gaben mir fiebersenkende Mittel und Antibiotika.
- Wegen der niedrigen Leukos musste ich immer ins Krankenhaus. Hier erhielt ich Filgastrim Aufbauspritzen. Die Urologen waren sehr vorsichtig (unter 1 Leukos ab auf Station).

Nach der Chemo (seit letzten Mittwoch bin ich fertig):

- Ich schaue mich gerade nach Sportangeboten für Krebspatienten um. Ich will erstmal Kurse machen und später dann Fitnesscenter, wenn das Blutbild wieder okay ist. Im Moment bin ich noch zu stark im Arsch.
- Ich fange diese Woche wohl mit Qi Gong an. Es gibt auch eine spezielle Krebsvariante dafür, ist quasi chinesisches Walken (Guolin Qi Gong).
- Ich mache Entspannungsübungen (progressive Muskelentspannung nach Jacobsen).
- Ernährungstechnisch werde ich wieder ein wenig mehr Fleisch essen, aber trotzdem stark auf Qualität achten und den allgemeinen Konsum auf 2x-3x pro Woche beschränken.
- Ich habe mir vorgenommen Ernährungsberatungskurse für Krebspatientien zu suchen, weil ich die ganze Episode einfach auch als "externen Schocke" sehe und die Gelegenheit nutze mein Leben teilweise umzustellen.

Zusätzliche Anmerkung:

1. Ernährung: Für mich war es gerade beim Thema Ernährung und Zusatzstoffe nicht einfach an gute Informationen zukommen, weil die meisten behandelnden Ärzte sich nicht auskennen (gerade im Krankenhaus) und die Informationen im Internet oft dubios wirken. Ich habe mich daher nach Bauchgefühl "gesund und ausgewogen" ernährt. Es gibt allerdings dann doch ein paar Angebote, die ich aber zu spät entdeckt habe.
2. Infomaterial. Als Einstieg finde ich die blauen Ratgeber der Dt Krebshilfe gut. Hier sind alle zu finden https://www.krebshilfe.de/informiere...auen-ratgeber/ und der für Ernährung: https://www.krebshilfe.de/fileadmin/...r/046_0107.pdf

PS. Mein Schlafrythmus hat sich umgestellt, ich wache nun immer um 5 Uhr auf. So hat man gut Zeit ausführlich zu antworten

Und heute komm ich endlich aus dem Krankenhaus raus (seit Donnerstag wegen niedrigen Leukos drin!)
__________________
Diese Seite dient als mein persönliches Krebstagebuch und soll Hilfestellung zum Thema Hodenkrebs geben: https://krebskrampf.de/

Geändert von gitti2002 (08.05.2018 um 23:00 Uhr)
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  #3  
Alt 15.05.2018, 18:31
Stefan Zweig Stefan Zweig ist offline
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Registriert seit: 21.03.2018
Beiträge: 13
Standard AW: Chemotherapie PEB

Ich hatte (nur) 1 Zyklus PEB, von nennenswerten Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten wüßt ich jetzt nichts zu berichten. Wegen der Glatze schlaf ich jetzt sogar mit einer Mütze

Ein mir bekannter Onkologe (der nix mit HK zu tun hat) hat mir das geschrieben, was ich gemacht habe/mache:
Folgendes halte ich ergänzend für sinnvoll:
Ingwertee an den Tagen der Chemo und fünf Tage danach. Hilft gegen die Übelkeit.
Selen 500 Mikrogramm an drei Tagen vor und eine Woche nach der Chemo. Aktiviert körpereigene Abwehrenzyme. Zink 10 mg zwei Wochen nach der Chemo. Hilft gegen Entzündungen an Schleimhäuten. Omega-3-Fettsäuren nach der Chemo für 2 Wochen. Schützt vor Nervenschäden durch die Chemo.
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  #4  
Alt 16.05.2018, 05:35
Golsen Golsen ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 80
Standard AW: Chemotherapie PEB

@Stefan: Hast du die Zusätze einfach als Nahrungsergänzung in der Drogerie gekauft?
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  #5  
Alt 16.05.2018, 15:08
Stefan Zweig Stefan Zweig ist offline
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Beiträge: 13
Standard AW: Chemotherapie PEB

ja in der Apotheke. Möglicherweise hätt ich mir das verschreiben lassen können. Ist jetzt leider zu spät...

Geändert von gitti2002 (16.05.2018 um 23:24 Uhr) Grund: Vollzitat
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  #6  
Alt 17.05.2018, 19:19
b45 b45 ist offline
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Beiträge: 176
Standard AW: Chemotherapie PEB

hey!

Was Euch gut getan hat
Spazieren. Hanf bzw Hanfpräparate. Meine Ärzte haben das immer befürwortet bzw sogar empfohlen. Es war wie Tag und Nacht. Für mich, einfach DIE Rettung während der Chemo. Schwer zu beschreiben, aber sowas wie - von einem Zombie, der "nimmer kann", zu einem lächelnden entspannten, aktiven Menschen.

Was Ernährungstechnisch weniger und was besser vertragen wurde
das ist bei jedem spezifisch. es waren Sachen, wo die gekocht wurden und ich es riechen konnte, wollte ich fast brechen.. und bei einigen Sachen bekam ich starken Appetit.

Ob die Ernährung dann dauerhaft umgestellt wurde

Ja, heute viel weniger Produkte tierischer Herkunft. Aber erst nachm 2n Jahr.

Was oder Ob supplementiert/Nahrungsergänzungsmittel während/nach der Chemo genommen wurden

Probiotika Bakterien, Curcumin, Vitamin D, Vitamin C

Was ihr GEGEN bestimme Nebenwirkungen gemacht habt

Zitrone & Ingwer im heissen Wasser, also als eine Art Tee. Hanf bzw Hanfprodukte. Im Spital habe ich immer Dronabinol bekommen.

Was ihr BEI Nebenwirkungen gemacht habt (Hausarzt, Klinikum etc.)

Bei Verstopfung probierte ich zuerst sanfte Mittel, aber das brachte nur Blähungen. Daher habe ich dann immer sofort, ohne lange zu warten, sagen wir nach 2 Tagen ohne Stuhl, zu Zäpfchen gegriffen.

Wie die Zeit nach der Chemo war (Fitness, Konzentration, Nachwirkungen)

die ersten Paar Wochen sind noch schwer aber dann gehts schnell bergauf. Mir hat das Meer jedes Mal gut getan. Das war wirklich so - zuhause in der Stadt, max 30 min spazieren. Am nächsten Tag am Meer - locker 2 Stunden Strand entlang gehen.
Brauchte immer ein bisschen bis Hämoglobin sich wiederherstellte.

Alles Gute!
b45
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