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Alt 17.06.2013, 12:23
PeterBoe PeterBoe ist offline
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Standard AW: Wird es irgendwann erträglich?

@ alle, die sich fragen, ob es irgendwann erträglich wird ......

Mein Frau ist vor neun Jahren an Krebs gestorben und das schmerzende Gefühl ist immer noch da. In bestimmten Situationen (gerade jetzt, wo auch mich der Krebs erwischt hatte) heule ich auch heute noch einfach drauf los. Aber es ist nicht nur irgendwie erträglich geworden, sondern hat auch so etwas wie ein Parallel-Gefühl hervorgebracht.

Es ist ein angenehmes, warmes Gefühl, weil ich merke, dass ich mich in Liebe erinnere, wenn ich trauere.

Geholfen hat mir dabei folgendes: eine unserer Töchter hat zwei Kinder, die ihre Oma nie kennengelernt haben. Trotzdem ist sie ihnen gegenwärtig und sie sagen der "Sternen-Oma" jeden Abend gute Nacht. Um den beiden etwas mehr von ihrer Sternenoma zu erzählen, habe ich das Buch "Oma, erzähl mal!" gekauft (Gibt's auch für Mama, Papa, Opa). Das ist ein Buch mit hundert Fragen, die Enkel/Kinder so an ihre Gross/Eltern haben können. "Wie hast Du den Opa kennengelernt?", "was war als Kind Dein Lieblingsessen?", aber auch so Überlegungen wie: "hattest Du als Kind ein eigenes Zimmer?" usw.
Dieses Buch habe ich für die Sternenoma ausgefüllt und soviele Erinnerungen wie möglich darin zusammengetragen. Wenn mir zusätzliche Fragen/Geschichten in den Sinn kamen: einfach ein grosses Post-it reingeklebt.

Als ich damit fertig war, haben unsere Tochter und ich nochmal so richtig geheult, aber das war ein unglaublich befreiendes Heulen. Seit ich nun weiss, dass ihre Geschichte für die nächsten Generationen erhalten ist, fühle ich mich viel besser.

Bei mir hat's funktioniert.
Liebe Grüsse
Peter
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